Den Tourismus wieder stärken - Tipps von Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich - Rege Diskussion

Veröffentlicht am 17.04.2008 in Regionalpolitik

Bildquelle: Der Neue Tag

n der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde Fuchsmühl spielte der Tourismus lange Zeit eine herausragende Rolle. Wie gelingt es, diese Säule wieder zu stärken? Das war eines der Themen beim Info-Abend, zu dem der SPD-Ortsverein die Bevölkerung eingeladen hatte.

Referenten waren Manfred Dietrich, Geschäftsführer des Gründungszentrums Waldsassen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis, sowie Martin Faget, Diplom-Geograph und Projektleiter, unter anderem im Bereich Dienstleistung geographische Info-Systeme.

SPD-Ortsvorsitzender Edwin Ulrich hätte sich zwar ein paar Besucher mehr gewünscht, war aber dennoch zufrieden. Drei Wählervereinigungen hätten sich im zurückliegenden Wahlkampf das Thema Tourismus auf die Fahnen geschrieben gehabt, sagte Ulrich, doch für die SPD sei es nicht nur Wahlkampfthema sondern Kampagne.

"In der Vergangenheit kamen die Menschen in Bussen scharenweise", erinnerte Edwin Ulrich. In den 60er Jahren waren es vor allem viele Berliner. "Das hat sich gewaltig geändert in den letzten 20 bis 30 Jahren."

Leistungspakete schnüren

Manfred Dietrich gab allerlei Anregungen, um die Situation zu ändern. "Was macht Fuchsmühl einzigartig? Wo gibt es bereits Verbindungen, wie kann man Leistungspakete schnüren?" Er empfahl Verbindungen einzugehen. Durch Kooperation ließen sich soziale Netzwerke aufbauen. Auch beim Schloss gebe es Profil und Ansatzpunkte. "Sie haben Potenzial. Was Sie brauchen sind Unternehmer und Unternehmerinnen, die Themen realisieren können." Allgemein müsse die Infrastruktur erhalten und ausgebaut werden. "Auf dem Land gibt es eine größere Lebensqualität als in der Stadt. Das ist es, was Sie rüberbringen müssen." Manfred Dietrich: "Die Leute hier müssen mehr Selbstbewusstsein zeigen, zusammenarbeiten, ihre Region positionieren und Vorzüge und Alleinstellungsmerkmale hervorheben."

Im Anschluss an das zwei geteilte Referat wurde die Zeit rege für Diskussionen genutzt. Anregungen wurden aufgegriffen, manches als Mangel erkannt. Die Vermieter wünschen sich ein Forum, mehr Gespräche an einem Tisch, gemeinsame Werbung.

Kritisiert wurden die Aktualität von Internetseiten, die fehlende Bereitschaft, Gäste für eine oder zwei Übernachtungen aufzunehmen. Gewünscht wurde, die Kirche im Wallfahrtsort mit einzubinden. Eine Feststellung: Von nichts kommt nichts. Man müsse auch investieren. Auch im Baugewerbe wäre ein Zusammenschluss sinnvoll, wenn eine Firma ein Projekt nicht schultern kann. Gemeinsam kann man sich dem Wettbewerb stellen, regte Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl an.

Mehr Eigeninitiative

"Die Leute wollen Urtümlichkeit, Gemütlichkeit. Sie erwarten etwas, wollen abends ein Bier trinken und fortgehen - und nicht Gehsteige, die um 21 Uhr hoch geklappt werden", lautete ein weiterer Diskussionsbeitrag. Soziales Engagement sei erforderlich. "Wird etwas im Dorf nicht angeboten, müssen wir es ermöglichen." Etwa mit dem Gemeindebus die Gäste zum Tanzen fahren, musikalische Veranstaltungen im Schloss anbieten... Eigeninitiative sei wichtig, doch sollte nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen, so der Wunsch etlicher Anwesender.

Diplom-Geograph Martin Faget erläutert die "Megatrends" im Fremdenverkehr
"Was ist los in Fuchsmühl?", fragte Martin Faget. Der Diplom-Geograph war in der Friedenfelser Tourist-Info tätig und betreut verschiedene Projekte im Landkreis. Er informierte beim Info-Abend "Tourismus und Wirtschaft - Chance oder Gegensatz" auch über die so genannten "Megatrends" im Fremdenverkehr. Mitgebracht hatte er umfangreiches Zahlenmaterial.

2003 gab es 3018 Ankünfte mit 13 892 Übernachtungen, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 4,6 Tage. Ab 2006 waren es nur mehr rund 2400 Ankünfte mit rund 10 350 Übernachtungen; Verweildauer: 4,3 Tage. "Die Zahlen sind stetig rückläufig, 2006 gab es einen Knick."

Mehr Betten

Ein Grund könne die Bettenaufstockung sein: 2005 gab es 149 Betten mit einer Auslastung von 24,94 Prozent, 2007 waren es 220 Betten, die Auslastung lag bei 12,86 Prozent. Die durchschnittliche Auslastung in Bayern betrug 33 Prozent, wusste Martin Faget. In Fuchsmühl gibt es fünf Hotels und Gaststätten, die Zimmer anbieten, zwölf Privatvermieter und drei Ferienwohnungen auf dem Bauernhof. Fuchsmühl hat 92,2 Prozent Auspendler. "Das zeigt, dass Fuchsmühl eher ein Wohn- und Schlafbereich ist", so Faget. "Die Bevölkerungsentwicklung ist rückläufig."

"Reife Gesellschaft"

Laut Martin Faget gibt es acht vom Bayerischen Wirtschaftsministerium ermittelte "Megatrends": Die "reife Gesellschaft" wird eine immer interessantere Zielgruppe. Der "Gesundheits-Bereich" nimmt zu, wobei Kuren zurückgehen. "Sinn- und Erlebnisorientierung" gewännen an Bedeutung. Weitere Trends: "Neue Einfachheit", "Spontaneität", "Internet-Ökonomie" und "Wachstum im Osten". Martin Faget: "Die Kunden werden anspruchsvoller, wollen Niveau."

"Lebenslange Treue nimmt ab, langfristig Buchen ist out." "All-inclusive"-Angebote seien gefragt.

aus Der Neue Tag

 
 

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