Lesung mit Peggy Biczysko: Die Reise in ein neues Leben

Veröffentlicht am 13.07.2017 in Ortsverein

Peggy Biczysko, Ideengeberin Hannelore Bienlein-Holl, Edwin Ulrich und Udo Fürst (im Uhrzeigersinn)

Es war wohl eines ihrer einschneidendsten Erlebnisse – sie wollte nur vergessen. Eine elfmonatige Reise ohne Planung quer durch die Welt ordnet ihr Leben neu. Als Peggy Biczysko im Dezember 2014 ein Flugticket nach Panama kauft, liegen über 300 Tage voller Ungewissheit vor ihr. Die Frankenpost-Redakteurin will mit dieser Reise ihrer Trauer entfliehen. Der Trauer um ihren ein halbes Jahr zuvor verstorbenen Mann. „Der Liebe ihres Lebens“, wie sie bei der Lesung aus ihrem Buch „Mit Leo zwischen den Ozeanen“ schildert – immer noch mit etwas belegter Stimme, obwohl Harald, genannt „Chap“ Jäckel schon vor drei Jahren gestorben ist.

Die Autorin liest auf Einladung der Fuchsmühler Arbeiterwohlfahrt und des SPD-Ortsvereins im Gasthof Weißenstein fast zwei Stunden vor gut 20 beeindruckten Zuhörern. Die können sich per Fotostrecke auch visuell ein Bild von den Erlebnissen der 55-Jährigen machen. Nach einem Kapitel aus dem Buch schildert Biczysko ihre Erlebnisse immer wieder aus dem Gedächtnis. Sie erzählt zum Beispiel, wie sie sich nach einem Abendessen in der Altstadt der Verbrechenshochburg Bogota in Kolumbien allein auf den Heimweg durch menschenleere Straßen macht, wie auf einmal ein verwahrloster Typ neben ihr steht. Ihr wird unheimlich zumute. Doch sie geht einfach weiter, aufrecht. Ihr Körper signalisiert: Ich bin kein Opfer. Es wird nicht die einzige gefährliche Situation auf Biczyskos Reise bleiben. Aber: Seit Chap gestorben ist, habe ich keine Angst mehr. Nicht einmal vor dem Tod. Nur davor, dass man mir weh tut.“

Der Weg zurück ins Leben beginnt für Peggy Biczysko auf den Galapagos-Inseln, wo sie von Seelöwen begrüßt wird und wo beim Schnorcheln eine schwarze Meerechse an ihr vorbei schwimmt. Ganz nah an Schildkröten, Robben, Blaufußtölpeln, Austernfischern, Klippen-Krabben spürt sie zum ersten Mal wieder so etwas wie Lebensmut. Durch die Tiere spürt sie erstmals nach dem Schicksalsschlag wieder, wie sich Glück anfühlt. „Dort habe ich gedacht: Eigentlich ist das Leben doch schön.“ Die nächsten Schritte nach vorne macht sie auf den Cocos Keeling Islands im Indischen Ozean. Sie wird von den Insulanern freudig aufgenommen. Für sie beginnt die Journalistin wieder zu kochen – eines ihrer großen Hobbys, das seit Chaps Tod pausieren musste.

Was man zum Leben wirklich braucht

Ihre Route führt sie auf fünf Kontinente, vom Dschungel Südamerikas auf den Inka-Trail nach Machu Picchu, nach Australien und Neuseeland, zu den Berggorillas in Ruanda und Uganda und in den südafrikanischen Busch. Sie macht alles spontan, intuitiv. Lässt sich treiben. Ihr Reisebegleiter ist ein kleines Plüschzebra, „Leo“. Es saß früher, in ihrem alten Leben, immer neben ihrem Mann auf dem Sofa. Unterwegs, so hofft Peggy Biczysko, wird der Schmerz erträglicher. Sie nimmt nur das Nötigste mit, reist mit leichtem Gepäck, auch wenn letztendlich um die 15 Kilo zusammenkommen. Auf der Reise wird sie erfahren, dass man nicht viel zum Leben braucht: „Nur, was in einen Rucksack passt.“

Das Leben als Weltreisender sei nicht unbedingt eine Frage des Geldes, sagt die Autorin. „Man muss sich nur trauen.“ Mit den Lieben Zuhause bleibt sie per Internet in Kontakt, außerdem schreibt sie ein Blog über ihre Gefühle und über ihre Erlebnisse. „Ich musste mir das Ganze von der Seele schreiben.“ Die Aufzeichnungen sind die Grundlage für ihr Buch „Mit Leo zwischen den Ozeanen“. Eineinhalb Jahre ist Peggy Biczysko jetzt wieder zu Hause in Marktredwitz. Ein Zuhause, das für sie jetzt weniger Heimat ist als früher. Auch wenn sie mittlerweile wieder jemanden kennengelernt hat, der ihr Geborgenheit, Wärme und Zuversicht zu geben versucht, wird sie zwei Dinge nie vergessen: Ihre Reise zwischen den Ozeanen und ihren geliebten Chap.

 
 

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